Stella Maris

Dieser Wettbewerb auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa war eine ganz besondere Idee, die ich 2009 gemeinsam mit dem damaligen Geschäftsführer von Hapag Lloyd Kreuzfahrten entwickelt habe. Er selber ist ein großer Fan klassischer Musik und ich finde es großartig, wenn eine Firma wie Hapag Lloyd seinen Gästen so etwas anbieten kann. Klassische Musik und Konzerte junger sowie bekannter Künstler haben auf dem Schiff immer eine wichtige Rolle gespielt, bei einer dieser Gelegenheiten haben wir uns auch kennen gelernt. Aber nun kam auch eine Dimension dazu, die nicht nur den künstlerischen Nachwuchs fördern, sondern auch das Publikum im  Rahmen eines Publikumspreises mit einbeziehen sollte – und dieses Angebot wird von beiden Seiten sehr gerne angenommen.

Die Leute buchen diese Reisen nicht nur auf Grund des bekannt exklusiven Ambientes, sondern auch, um eben Teil eines Gesangswettbewerbes zu sein. Und in diesem intimen Rahmen bietet es sich an, das Publikum in den Wettbewerb einzubinden. So bekommt es die Gelegenheit, sich mit künstlerischen Leistungen auseinanderzusetzen und diese zu bewerten, um so einen neuen Blickwinkel zu erhalten. Und was dabei sehr interessant ist: es ist bemerkenswert, mit welcher Ernsthaftigkeit diese Auseinandersetzung stattfindet. 

Beim Stella Maris Wettbewerb gibt es drei Runden in verschiedenen Sparten. Mir ist es sehr wichtig, dass ein Sänger sowohl Oper als auch Oratorium und Lied beherrscht, daher auch diese drei Runden. Es ist auch immer wieder erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich die Sänger in diesen Gattungen punkten.

Es geht bei diesem Wettbewerb nicht nur um die Frage, „Wie werde ich erster“, sondern wir stellen uns hier der Herausforderung zu vernetzen. Das Kapital eines Sängers sind Kontakte, und diese versuchen wir auch herzustellen, was auf mehreren Ebenen geschieht.

Erstens ist der springende Punkt an diesem Wettbewerb, dass wir unsere Bewerber von großen Opernhäusern mit einem Ensemble junger Sänger beziehen, indem wir diese bitten, uns sozusagen „Botschafter“ ihrer Häuser zu schicken. Das sind jeweils vier Damen und vier Herren, die von der Metropolitan Opera in New York, der San Francisco oder Chicago Opera kommen, oder der Canadian Opera Company, Pariser Oper, von Covent Garden, La Scala, der Frankfurter Oper, der Wiener Staatsoper etc. etc. – die besten Opernhäuser, die gute junge Sänger haben.

Zweitens ist die Jury aus Vertretern von Opern- und Konzertveranstaltern, Agenturen, Plattenfirmen, aber auch Journalisten, zusammengesetzt, die mit den jungen Sängern vernetzt werden sollen und am Ende ein Engagement, eine Künstlervertretung oder eine Plattenaufnahme zur Verfügung stellen. Das ist z.B. der Grund, warum Jongmin Park an der Wiener Staatsoper gelandet ist, das ist ein Grund, warum es Mélissa Petit so gut an der Hamburgischen Staatsoper geht, das ist ein Grund, warum Ida Aldrian im Dezember 2014 im Salzburger Mozarteum debütierte und das ist auch ein Grund, warum Manuel Walser eine Einspielung bei der Deutschen Grammophon erhält.

Und schließlich drittens, wie eingangs schon erwähnt, werden die Namen der Sänger bereits einem ausgewählten Publikum vorgestellt, das den Publikumspreis verleiht. Immerhin entspricht dieser einer echten Stargage im alltäglichen Operngeschäft.

Diese drei Anknüpfungspunkte sind für mich das Allerschönste, denn ich kann damit sagen, ich habe einem jungen Sänger nicht nur technisch, sondern ich habe ihm auf die Sprünge geholfen.

Weitere Informationen zum vergangenen sowie zum zukünftigen Wettbewerb.

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